Stadionstuhl als Dienstleistung: Das Abonnementmodell, das Sitzplatzverträge durcheinander bringt
Warum gibt ein Stadion zig Millionen Dollar für den Kauf von Stühlen aus, die zu Wartungsproblemen und einem Alptraum bei der Entsorgung werden? Ein neues „Seating-as-a-Service“-Modell bietet Stadien eine vollständig verwaltete Flotte von Stadionstühlen gegen eine monatliche Pauschalgebühr, und die Wirtschaftlichkeit ist aufsehenerregend.

Das traditionelle Beschaffungsmodell für Stadionsitze ist grundlegend gebrochen. Ein Veranstaltungsort kauft in einer riesigen Investition 60.000 Stühle und trägt dann in den nächsten zwei Jahrzehnten die vollen Kosten für die Reinigung, Reparatur und schließlich den Austausch. Die Stühle sind ein Vermögenswert, dessen Wert auf Null sinkt, und wenn sie ausfallen, entsteht für den Veranstaltungsort eine enorme Umweltbelastung. Das Programm „SitSmart“ stellt dieses Modell auf den Kopf. Der Hersteller behält das Eigentum an den Stadionstühlen und berechnet dem Veranstaltungsort eine monatliche Gebühr pro Sitzplatz. Diese Gebühr deckt die Erstinstallation, alle laufenden Wartungsarbeiten, die gründliche Reinigung zwischen den Saisons und einen garantierten Ersatz ab, falls ein Stuhl ausfällt. Am Ende eines 10-Jahres-Vertrags entfernt der Hersteller die alten Stühle und installiert neue — oder bietet eine reduzierte Verlängerungsrate an. Der Veranstaltungsort muss nie wieder ein Budget für ein „Sitzplatzersatzprojekt“ einplanen.
Die betrieblichen Vorteile sind transformativ. Im Rahmen des Abonnementmodells erhält der Hersteller einen Anreiz, den langlebigsten und am einfachsten zu reparierenden Stadionstuhl zu bauen, da jeder kaputte Sitz einen direkten Kostenfaktor für sein Endergebnis darstellt. Die Stühle bestehen aus modularen, einrastbaren Komponenten: Eine rissige Sitzschale kann in fünf Minuten ausgetauscht werden, ein fleckiges Kissen kann ausgetauscht werden, ohne dass die gesamte Stuhlreihe entfernt werden muss. Der Hersteller setzt ein spezielles Serviceteam ein, das vor jeder Saison eine umfassende Inspektion jedes Sitzes durchführt und dabei RFID-Tags verwendet, um den Wartungsverlauf jedes einzelnen Stadionstuhls zu verfolgen. Veranstaltungsortbetreiber berichten, dass das „immer neue“ Erscheinungsbild der Sitze die Zufriedenheitswerte der Fans verbessert und Beschwerden über kaputte oder schmutzige Sitze reduziert hat.

Die Nachhaltigkeitsgeschichte ist ebenso überzeugend. Da der Hersteller das Eigentum behält, ist er rechtlich und finanziell verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Stühle nicht auf der Mülldeponie landen. Am Ende seiner Lebensdauer wird jeder Stadionstuhl zerlegt und die Materialien zerlegt — Stahl, Aluminium, Polypropylen — werden dem Recyclingstrom zugeführt. Im Abonnementvertrag ist ein geprüfter „Kreislaufwirtschaftsbericht“ enthalten, der die umgeleitete Abfallmenge dokumentiert. Dies ist ein leistungsstarkes Tool für Veranstaltungsorte, die eine LEED-Zertifizierung anstreben oder auf den Druck der Fans hinsichtlich Nachhaltigkeit reagieren. Das Abonnementmodell ist noch neu, mehrere MLS- und NBA-Austragungsorte haben jedoch bereits Mehrjahresverträge unterzeichnet. Die Zeiten, in denen man ein Stadion voller Stühle kaufte und auf das Beste hoffte, sind vorbei; Die Zukunft ist eine Servicebeziehung, bei der der Sitz, auf dem Sie sitzen, garantiert jedes Mal sauber, sicher und nachhaltig ist.

