Die neuen Umweltvorschriften der EU drängen Hersteller von Wartestühlen dazu, zu 100 % recycelbare Materialien zu verwenden
BRÜSSEL – Als die Europäische Union im vergangenen Jahr ihren neuen Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft ankündigte, rechneten nur wenige Branchen damit, dass die Vorschriften öffentliche Sitzplätze so hart treffen würden wie sie. Doch da die neuen Regeln im Jahr 2025 in Kraft treten, bemühen sich Hersteller von Wartestühlen auf dem gesamten Kontinent um die Umgestaltung ihrer Lieferketten und stellen von traditionellen Materialien auf zu 100 % recycelbare Komponenten um, um die strengen neuen Umweltstandards der Union zu erfüllen.
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Die neuen EU-Verordnungen, die am 1. Januar in Kraft getreten sind, schreiben vor, dass alle in der EU verkauften gewerblichen Möbel für die Demontage und das Recycling ausgelegt sein müssen und bis 2030 einen Mindestanteil von 75 % recyceltem Material aufweisen müssen. Für die Hersteller von Wartestühlen bedeutete dies eine komplette Überarbeitung ihrer Produktdesign- und Herstellungsprozesse, da sie daran arbeiten, nicht recycelbare Materialien zu eliminieren und Produkte zu schaffen, die am Ende ihres Lebenszyklus vollständig zerlegt und wiederverwendet werden können.
An der Spitze stehen große europäische Möbelmarken wie Actiu und Zoeftig, die bereits Jahre früher als geplant neue Produktlinien von Wartestühlen auf den Markt gebracht haben, die den neuen Vorschriften entsprechen. Actiu, ein spanischer Hersteller, der für seine nachhaltigen Designpraktiken bekannt ist, stellte kürzlich seine neue TNK 500 AUREA-Linie vor, die über einen zu 100 % recycelbaren Aluminiumrahmen und eine Polsterung aus recycelten Plastikflaschen verfügt.
„Diese neuen Vorschriften sind nicht nur eine Belastung – sie sind eine Gelegenheit, sich neu vorzustellen, was ein Wartestuhl sein kann“, sagte Carlos Alegre, Designleiter bei Alegre Design, dem Studio hinter der neuen Actiu-Linie. „Wir konnten ein Produkt entwickeln, das nicht nur umweltfreundlich, sondern auch langlebiger, komfortabler und ästhetisch ansprechender ist als die traditionellen Modelle, die wir zuvor hergestellt haben.“
Die Umstellung auf nachhaltige Materialien wird auch durch die Nachfrage der Verbraucher vorangetrieben, da europäische Unternehmen und Regierungsinstitutionen bei ihren Beschaffungsprozessen zunehmend umweltfreundlichen Produkten Vorrang einräumen. Eine im Jahr 2024 unter europäischen Beschaffungsmanagern durchgeführte Umfrage ergab, dass 72 % der Befragten nun bereit sind, einen Aufschlag von 10–15 % für Sitzlösungen zu zahlen, die den neuen Nachhaltigkeitsstandards der EU entsprechen, da sie ihren eigenen CO2-Fußabdruck reduzieren und die ESG-Ziele ihres Unternehmens erreichen möchten.
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Dieser Wandel hatte bereits spürbare Auswirkungen auf den Markt: Der Umsatz mit nachhaltigen Wartestuhlmodellen stieg im Jahr 2024 um 27 % und übertraf damit das Wachstum traditioneller Modelle um mehr als 20 Prozentpunkte. Auch kleinere Hersteller spüren den Druck, da viele gezwungen sind, in neue Technologien und Materialien zu investieren, um nicht vom EU-Markt ausgeschlossen zu werden, sobald die neuen Vorschriften vollständig in Kraft treten.
Während sich die Hersteller an die neuen Regeln anpassen, stellen viele fest, dass die Umstellung auf nachhaltige Materialien auch ihr Endergebnis verbessert. Recyceltes Aluminium und Kunststoff sind oft günstiger als Neuware und der modulare, demontagefreundliche Aufbau der neuen Produkte erleichtert Wartung und Reparatur deutlich und senkt so langfristig die Kosten sowohl für Hersteller als auch für ihre Kunden.
Laut Branchenanalysten werden die neuen EU-Vorschriften die weltweite Wartestuhlindustrie verändern, da andere Regionen dem Beispiel der Union bei der Einführung von Kreislaufwirtschaftsstandards folgen wollen. Experten gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2030 mehr als 80 % aller in Europa verkauften Wartestühle aus 100 % recycelbaren Materialien hergestellt werden und damit einen neuen globalen Standard für Nachhaltigkeit in der öffentlichen Sitzmöbelbranche setzen werden.
